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KIRCHE RAPPERSZELL
 

Geschichtliche Spuren
Ein erstes Kapellchen wurde 1718 erbaut und schon 1787 erweitert sowie mit zwei Glocken ausgestattet, die leider durch Zwangsmaßnahmen im Verlauf des zweiten Weltkrieges verloren gingen. Seit alter Zeit wird eine Reliquie des Kirchenpatrons Antonius von Padua aufbewahrt; ihre genaue Herkunft ist bislang nicht nachweisbar. Nach dem die Kapelle noch 1911 um 5 Meter erweitert worden war, wurde sie 1950 nach der Weihe der neu erbauten Kirche profaniert und dient seither als Feuerwehr-Gerätehaus.


 
 

Mit dem Bau der jetzigen Antoniuskirche wurde 1948 begonnen, also in einer Zeit schwerwiegender wirtschaftlicher Not. Nur durch große finanzielle Opfer wie unglaublichen Arbeitseinsatz der gesamten Dorfbevölkerung konnte das Werk verwirklicht werden: Der Weihetag ist der 29. Mai 1950. In den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde nach einem Entwurf des bischöflichen Bauamtes Eichstätt ein schlichter Tischaltar erstellt, der heute als Hauptaltar dient.
1992 wurde die Kirche einer umfassenden Renovierung unterzogen.
2002 erhielt sie eine neue Dacheindeckung samt Außenanstrich.


 
 

Einrichtung:
Der Hochaltar stand schon in der alten Kapelle. Sein Grundbestand stammt aus den Jahren 1715 bis 1720; nach einem Plan von Professor Krempl wurde er 1950 umgebaut und erweitert. Der Tabernakel ist im klassizistischen Stil des Jahres 1810 gehalten.


 
 

Das erste Altarbild (um 1880) ging auf Alois Süßmeier zurück, einen bedeutenden Vertreter des nazarenischen Malstils. Beim Neubau der Antoniuskirche stellte sich heraus, dass es wohl nicht mehr restauriert werden konnte, es wich dem heutigen Bild, dessen Herkunft unklar bleibt.
Domkapitular Josef Klebl vermittelte es aus dem Besitz der Kirche von Allersberg nach Rapperszell; zur Herkunft wird nur erwähnt, es stamme von einem „italienischen Meister“. Zeitlich mag es dem Beginn des 19. Jahrhunderts zuzuordnen sein.


 
 

Die seitlichen Figuren der Bistumsheiligen Willibald und Walburga sind Neuschöpfungen des Jahres 1950 aus der Werkstatt Graf in Beilngries. Ebenso dürften die Figuren der Seitenaltäre von Grafs Hand stammen: Eine Darstellung des Heiligen Josef und der Immakulata.
Noch im Jahre 1950 wurde der Kreuzweg gestiftet; seine genaue Herkunft lässt sich nicht ermitteln. Gerade rechtzeitig einen Tag vor der Kirchweihe konnten die drei Glocken der Erdinger Firma Czudnochowsky im Turm aufgehängt werden. 1987 wurde das alte Harmonium durch eine Orgel mit 6 Registern ersetzt. Die Orgel der Firma Wendhack, Redecker und Kreuzer (WRK) war vorher sechs Jahre lang in der Münchener Pfarrei St. Anton in Gebrauch gewesen und konnte dadurch günstig erstanden werden. Weiter finden sich im Kirchenraum eine Figur der schmerzhaften Muttergottes und des heiligen Antonius (beide wohl neubarock).
Im Jahre 1952 kam zu den Geräten der Kirche eine Monstranz aus der Beilngrieser Werkstatt Bock hinzu. Zum fünfzigsten Weihejubiläum im Jahr 2000 wurden ein neuer Kelch mit Hostienschale der Kirche gestiftet.

Quelle: "Die fünf Kirchen der Pfarrei Walting"
verantwortlich Peter Faut, Pfr. Erich Schredl.