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DAS KASTELL
 

Das Kastell

Das Kastell Pfünz ließ Kaiser Domitian (81-96 n.Chr.) als Erdwerk anlegen. Unter der friedlichen Regierung des Kaisers Antonius Pius (138-161 n.Chr.) wurde es dann in Stein errichtet. Zu Ehren des Kaisers wurde eine Inschrift angebracht, die jetzt über dem rekonstruierten Nordtor zu sehen ist:


 

IMP(ERATORI) CAE(SARI) TITO
AEL(IO) HADR(IANO)
ANTININO
AVG(VSTO) PIO
COH(ORS) I BR(EVCORVM) C(IVIVM) R(OMANORUM)

Dem Kaiser Titus
Aelius Hadrianus
Antoninus
Augustus Pius [hat]
die 1. Kohorte der Breuker römischer Bürger
[das Kastell errichtet].


 
 



161-180 n.Chr. hatte Kaiser Marcus Aurelius die Regentschaft über das römische Reich. Er führte die Kriege gegen die Markomannen.

In dieser Zeit ist das Kastell abgebrannt, wurde aber wieder errichtet. Der Inschriftenstein im Westturm des Nordtores zeugt vom Wiederaufbau. Der Text stammt aus dem Jahre 183/184 n.Chr. und hat folgende Bedeutung:

IMP(ERATORI) CAES(ARI) M(ARCO) AVREL(IO)
COM(MODO) ANTO(NINO)
PIO AVG(VSTO) GERM(ANICO)
SARMATIC(O) CO(N)S(VLI) IIII
COH(ORS) I BREVC(ORVM)
SPICIO CERIALE
LEG(ATO) AVG(VSTI) PR(O) PR(AETORE)

Dem Kaiser Marcus Aurelius
Commodus Antoninus
Pius Augustus, dem Sieger über Germanen
und Sarmaten, im vierten Konsulat,
[hat] die erste Kohorte der Breuker
unter Spicius Cerialis
kaiserlichem Statthalter mit Praetorrang,
[das Kastell errichtet].

Auf das Jahr 183/184 n. Chr. kann man deshalb schließen, weil in der Inschrift auf das vierte Konsulat hingewiesen wird.

Die Kastellbesatzung war die 1. Kohorte der Breuker (COHORS I BREVCORVM), genauer cohors I Breucorum civium Romanorum Valeria victrix bis torquata ob virtutem appellata. Übersetzt bedeutet das: Die erste berittene Kohorte der Breuker, römischer Bürger, genannt valerische Siegreiche, wegen ihrer Tapferkeit zweimal ausgezeichnet mit dem damals üblichen Militärorden "torques" in Form eines Bronzeringes. Die Auszeichnung mit den zwei Bronzeringen ist auf den Schilden unserer rekonstruierten Rüstungen festgehalten.

Die Breuker waren ein Volksstamm aus dem heutigen Bosnien im ehemaligen Jugoslawien. Sie besaßen zumindest in Pfünz das römische Bürgerrecht. Die Besatzung hatte eine Stärke von ca. 380 Fußsoldaten und ca. 120 Reitern.

Die endgültige Zerstörung war nach einem überraschenden Alamannenangriff im Jahre 233 n.Chr. Nach dem Alamannenkrieg hatten die Römer die Gebiete nördlich der Donau aufgegeben.


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